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Anerkennung oder Abwertung: Über die Verarbeitung sozialer by Barbara Kaletta

By Barbara Kaletta

Anerkannt zu werden, ist nicht nur ein menschliches Grundbedürfnis, sondern vermittelt ebenfalls das Gefühl, in einen sozialen Kontext integriert zu sein. Wie kann es sich aber auswirken, wenn Menschen damit umgehen müssen, weniger Anerkennung zu erfahren als sie sich wünschen?
Indem untersucht wird, ob dies dazu führen kann, dass die betroffene individual menschenfeindliche Einstellungen entwickelt, wird einem von verschiedenen möglichen Verarbeitungsmechanismen nachgegangen.

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„Wenn der Kapitalismus regelmäßigen Untergangsprophezeiungen zum Trotz nicht nur überlebt, sondern seinen Einflussbereich unablässig ausgedehnt hat, so liegt das eben auch d- an, dass er sich auf eine Reihe von handlungsanleitenden Vorstellungen und gängigen Rechtfertigungsmodellen stützen konnte, durch die er als eine annehmbare oder sogar wünschenswerte, allein mögliche bzw.

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Das bedeutet, das Gewähren oder Verwehren von Anerkennung kann als Machtmittel verwendet werden. Indem derjenige, dessen Anerkennung begehrt wird, diese gezielt einsetzt, kann er ein von ihm gewünschtes Verhalten desjenigen, der von ihm die Anerkennung einfordert, bewusst hervorrufen bzw. dessen von ihm unerwünschtes Verhalten minimieren. Anerkennung und Nichtanerkennung können somit zur Verhaltenskontrolle eingesetzt werden. Exkurs: Schattenseiten der Anerkennung 35 Anzuerkennender als Handelnder: Extremer Wunsch nach Anerkennung Negative Aspekte von Anerkennung treten nicht nur dadurch zu Tage, dass die Vergabe dieser durch den Anerkennenden als Machtmittel genutzt und zur Verhaltensmanipulation eingesetzt wird.

Autoritätsanerkennung bedeutet immer auch psychische Anpassung. Autoritätsbeziehungen gehen unter die Haut“. Der Wunsch nach der Anerkennung einer Autorität kann somit einen Akt der Selbstentfremdung mit sich bringen. Diese Bereitschaft des Anzuerkennenden, sich seiner selbst zu entfremden, also sein Verhalten an den Maßstäben zu orientieren, die die Autoritätsperson von ihm verlangt, bringt gleichzeitig mit sich, dass die Autoritätsperson Macht über ihn gewinnt. So schreibt auch Popitz über Autoritätspersonen: „sie geben den Ausschlag, haben uns in der Hand“ (Popitz, 1986 S.

Honneth interpretiert den Kampf um Anerkennung ausschließlich im Sinne eines Kampfes um die Erweiterung der Anerkennungsverhältnisse und sieht diesen Kampf darin legitimiert, dass ein Vorenthalten von Anerkennung zu einer Verletzung des Selbstverhältnisses eines Menschen führt. Nicht angesprochen wird die Möglichkeit, das Selbstverhältnis eines Menschen auf eine andere Weise zu schützen. Darüber hinaus ist festzustellen, dass Honneths theoretische Ausführungen als Grundlage für eine – in der vorliegenden Arbeit angestrebte – empirische Analyse von Anerkennungsverhältnissen zu unkonkret erscheinen.

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